Crossburry Hilfe in der Not!Als Crossby zur Welt kam, war die Freude groß. Er und seine 8 Geschwister entwickelten sich großartig.
Schon in der frühen Welpenzeit war deutlich zu sehen, welch Prachtkerl Crossby mal werden würde. Anfragen zu diesem Wurf gab es aufgrund der Verpaarung viele, aber es musste ja auch zwischenmenschlich stimmen. Da es unser 3.Wurf war, dachten wir, wir hätten schon eine ziemlich gute Menschenkenntnis. Unsere Hoffnung war, dass alle unsere Racker ein Zuhause bekommen, in dem sie geliebt werden und genau das haben wir erreicht.
Crossby zog also bei seiner neuen Familie ein. Ein sehr nettes Paar mit einem kleinen 1,5 Jahre alten Sohn.
Alle waren glücklich. Sein neues Zuhause war ein Bauernhof…was kann es besseres geben?
Bei unserem Besuch nach der Abgabe war aus unserem Kleinen schon ein recht großer schöner und zufriedener Rüde geworden.
Das dies so ist, wussten wir schon aus den unzähligen voran gegangenen Telefonaten

und natürlich auch durch die wirklich wunderschönen Bilder die wir erhielten.
Crossby war sehr motiviert seine „Aufgaben" zu erfüllen. So sah er zum Beispiel seine Aufgabe darin, die Schulkinder des Dorfes morgens zum Bus zu bringen. Er begleitete sie und erst wenn der Bus abgefahren war, ging er wieder nach Hause auf den Hof. Er kümmerte sich auch um die „Erziehung" der Kälber.
Wir erfuhren, Crossby fühle sich im Haus nicht wohl und liebe es im Stall bei „seinen" Kälbchen zu sein. Was ja völlig in Ordnung ist, solange der Bezug zum Menschen vorhanden und ausgebaut ist.
Und dass dem so war, zeigte er uns sehr deutlich.
Crossby hatte eine Leidenschaft für seine Umwelt. Er streifte ziemlich unkontrolliert durch die Wälder seines Zuhauses.
Dies war möglich, da es dort eben keine Zäune gab Keinerlei Abgrenzungen. Für einen Leonberger ein mit Sicherheit sehr schönes Leben. Uns kam es schon ein bisschen zu autonom vor. Er hatte also das was er wollte: seine Familie die er über alles liebte und seine Autonomität. Dieses schöne Leben fand im Februar2010 ein jähes Ende. Nein er ist nicht gestorben. Aber der Jäger in diesem Gebiet, fand es sei nun an der Zeit Crossby´s Lebensraum zu begrenzen. Sprich : Er fuhr zu seinen Besitzern und erklärte, Sollte er den Hund noch einmal auf einem seiner Streifzüge durch sein Revier antreffen, würde er ihn kurzerhand erschießen!! Dies bedeutete für Crossby: keine Begleitung der Kinder zum Bus, keine Begleitung der Wanderer, keine Streifzüge mehr durch „sein" Revier um zu sehen ob es dort allen gut geht. Denn obwohl Crossby nie gejagt hat, wollte der Jäger dieses Risiko gar nicht eingehen und hatte seinen Entschluss gefasst. Denn er hätte ja jagen können.
Uns ereilte dann ein sehr panischer Anruf: Crossby muss weg! Wir fragten ja wie weg?
Die Familie sah sich leider nicht imstande die häusliche Situation dahingehen zu verändern, das Crossby hätte bleiben können.
Also berieten wir uns kurz und beschlossen, das Chrissi gleich am nächsten Morgen losfahren und Crossby aus der für ihn nicht mehr tragbaren Situation abholen würde. Gesagt getan! Crossby konnte nur leider auch nicht in ein Auto einsteigen…puh 4 Mann waren nötig um ihn davon zu überzeugen, das er nun einsteigen müsse.
Die Trauer um diese Trennung war sowohl bei seiner Familie als auch bei Crossby sehr groß.
Wir stellten relativ schnell fest, das es in Crossby s Erziehung einige Defizite gab. Er war zwar sehr anhänglich und lieb und auch treu ergeben, kannte aber keinerlei Grenzen. Nun kam er zu uns und wir befürchteten, er könnte Probleme mit unserem Konzept haben. Denn natürlich gibt es bei uns klare Strukturen und eben auch Grenzen.
Und bei uns gibt es Bosley. Unser Held im Erdbeerfeld. Wir wussten nicht wie Bosley reagiert, wenn er nun einen 2.Mann neben sich dulden sollte der länger blieb als nur übers Wochenende!?!?
Dann die Frage : Wo schläft Crossby???
Er sollte natürlich wie alle unsere Hunde bei uns im Haus sein und nicht im Hof.
Crossby überraschte uns alle.
Er wollte ganz in unserer Nähe sein und ging ganz selbstverständlich mit uns ins Haus.
Auch seine Begegnung mit Bosley war einfach Klasse. Bosley schaute ihn an, als wolle er fragen: Hey was willst du denn schon wieder hier. Dies ist alles MEINS!!
Und Crossby schaute zurück in den Augen die Antwort: Hey ist ok, mach dich locker, ich will deinen Posten gar nicht haben. Ich bin nur wegen dem doofen Jäger hier. Und damit hatten beide alles gesagt ohne etwas zu sagen.
Nun die Überlegung: Sollte Crossby dauerhaft bei uns bleiben? Er hatte sich schließlich auch schon nach ein paar Tagen sehr gut eingelebt. Letztlich muss man aber allen Hunden gerecht werden, und uns war schnell klar, Crossby ist eine Seele von Hund und wir lieben ihn sehr, aber er brauchte auch eine ganze Menge Zeit um ihn an die gängigsten Dinge zu gewöhnen und ganze 2 Jahre Erziehung nachzuholen. Und das wäre bei uns wirklich sehr schwierig geworden…nicht unmöglich, aber schwierig.
Crossby kam direkt am darauffolgenden Sonntag mit auf den Hundeplatz zum üben.
Dort fanden ihn wirklich alle sehr schön und alle nahmen Anteil an seinem Schicksal. Einer jedoch nahm nicht nur Anteil, er nahm Mass.
Und sagte er suche ja schon einen Spielgefährten für seinen Jungrüden. Dieser ist fast gleichaltrig.
Wir verstanden diese Aussage erst gar nicht richtig. Erst am Abend als wir in Ruhe zuhause waren, kamen wir ins Grübeln, was er wohl gemeint haben könnte. Da wir zu keinem Ergebnis kamen, riefen wir ihn an. Peter Bosbach.
Wir fragten nach, ob wir seine Aussage auf dem Hundeplatz richtig gedeutet hätten, nämlich als Interesse an Crossby?
Und Peter erklärte uns, er müsse natürlich erst mal sehen, ob die 2 Rüden sich denn auch vertragen, Bettina seine Frau sei der gleichen Meinung und ihr Hudson könne gut einen Spielgefährten brauchen.
Also kam Peter zu uns zu Besuch und beguckte sich den „Dicken" wie er ihn nennt mal genauer. Das war Liebe auf den zweiten Blick. Crossby sank vor Peter hin und kuschelte erst einmal ausgiebig.
Peter bekam den Dicken gar nicht mehr los. Wie eine Klette hing er an ihm. Trotz dieser spontanen Liebesbekundung blieb Peter erst einmal hart und sagte er würde ihn nehmen, WENN er sich mit seinem Hudson verträgt.
Also ließen wir alle diese Aussage erst einmal sacken. In den kommenden 2 Wochen kämmten wir an Crossby herum wie ein paar Geisteskranke, denn auch dies war er in der Art nicht gewöhnt. Er dachte wir spielen, wenn wir mit der Schere bewaffnet auf Knotenjagd gingen.
Nun stand das Große Treffen bevor…Hudson und Crossby sollten sich von Angesicht zu Angesicht kennen lernen. Wir waren so gespannt und dann: ein simples anschauen und die 2 verstanden sich auf Anhieb. So als hätten sie nur aufeinander gewartet. Dies war dann auch für uns das Zeichen, das es Crossby nirgendwo besser haben könnte als bei Peter und Bettina Bosbach und Ihrer Familie.
Nur die feste Zusage zur Übernahme fehlte noch…und plötzlich kommt Chrissi auf die Idee, wir könnten ihn doch behalten und sehen was aus ihm wird. Vielleicht schafft er irgendwann seine Körung und wir lassen ihn röntgen usw..
Zu unserer übergroßen Freude, haben Peter und Bettina zugesagt ihm nicht nur ein neues Zuhause zu bieten, sondern ihn auch auszustellen und röntgen zu lassen, und alles mit ihm so zu machen wie es in Chrissi s und meinem Sinne wäre. Wo findet man solche Menschen? Sie haben in gerade mal 8 Monaten geradezu Unmögliches möglich gemacht. Crossby hat es zum Zuchtrüden gebracht. Er ist also erfolgreich angekört. Zurzeit arbeitet er intensiv mit Peter an seinem Benehmen

An sich ist daran nichts auszusetzen, nur der letzte Schliff fehlt noch.
Wir möchten uns auch auf diesem Weg bei Familie Bosbach bedanken für die unablässige Arbeit die in die Erziehung geflossen ist und für die Liebe mit der sie „Ihren" und „Unseren" Crossby umsorgen.
Christiane Schwippert und Claudia Gebhardt Grebe